geschrieben am 15.08.2003

    Heute Morgen bin ich durch den Wald gelaufen und habe geheult vor Glück...........

    Das hat mich dazu veranlasst diese Zeilen zu schreiben.

    Vor einem knappen Jahr bin ich morgens durch den Wald gelaufen (ging immer wenn der Alkoholexzess nicht zu schlimm war am Abend zuvor) und habe geheult vor Angst. Ich habe geschlottert, gebetet „wenn es da irgendetwas gibt....bitte hilf mir ich weiß nicht mehr weiter“. Am Nachmittag des gleichen Tages bekam ich einen Anruf von einem Bekannten, ob ich nicht einen Job übernehmen wollte. Einen tollen Job, gutbezahlt, flexible Arbeitszeiten und...für mich ein absoluter Knackpunkt ...ganz eigenverantwortlich. Wie sollte ich das denn schaffen? Wo ich morgens nie genau wusste, wann ich das erstemal alkoholgeschwängert aufs Sofa fiel um zu schlafen.

    Geregelte Arbeitszeiten waren wichtig, im Job habe ich nie getrunken, auch wenn ich morgens bei Arbeitsbeginn selten „durch“ war.

    Trotzdem ich sagte zu, hatte das Vorstellungsgespräch (davor nur zwei Glas Wein und viel Pfefferminz).......ich hatte den Job. Jubel.......und jetzt?

    Ich kramte den alten Zeitungsartikel über kontrolliertes Trinken raus. Wunderbar, Infoveranstaltung nächste Woche. Da gehe ich hin und dann....Morgen hör ich auf……Nein, das war nicht mein Weg. Viel zu anstrengend für mich und nicht zu leben. Ich weiß und wusste seid Jahren, wenn dann muss ich ganz aufhören. Abstinenz.......mein Leben lang...welche fürchterliche, wahnsinnige und doch auch so beruhigende Vorstellung. Aber es ist mein Weg und ich wusste es seit Jahren.

    Ich komme aus einer sogenannten Suchtfamilie. Mein Vater hat sich tot gesoffen(war nie besonders schade drum )...mein Bruder ebenfalls Alkoholiker mit nur 42 Jahren viel zu jung und auch viel zu lieb zum Sterben. Meine Mutter nach Jahren mit Kaffee und 60zig Zigaretten am Tag im Alter von 50. an Speiseröhrenkrebs verstorben. Viel zu früh und weiß Gott kein schöner Tod.....ich wusste schon früh, das wollte ich alles nie....und doch. Da war ein Band, eines dieser widerlichen Gummis die stinken und kleben wenn ich sie anfasse. Es hatte mich im Sog. Mein Leben war geregelt, lieber Mann, liebe Kinder, schönes Haus auf dem Land und doch.....es zog mich immer nähere heran....an die Angst, das Grauen, das Verderben. Hört sich schon sehr theatralisch an, aber es ist für mich nicht anders zu beschreiben. Ich habe gesoffen und hatte mich nicht mehr unter Kontrolle. Ich konnte nicht aufhören und wusste nicht mehr was ich tun sollte.

    Den Morgen beim Laufen habe ich vor Angst geweint, geschlottert und das Grauen gespürt.

    Am 25. Oktober 2002 habe ich nach einer Jägermeistersession den letzten Alkohol getrunken. Bin die Woche drauf zu einer Beratungsstelle gegangen und mache seit Anfang Mai eine ambulante Therapie. Ich bin trocken, mein Leben ist nicht mehr so geordnet es hat sich viel verändert, ist nicht leichter geworden…aber auch das gehört dazu.

    Heute Morgen habe ich vor Glück geweint, ich habe die Angst überwunden. Sie ist nicht weg und ich schau ihr oft in die Augen, aber ich bin nüchtern und dann bin ich stark und komme gegen sie an. Alkohol macht schwach, kaputt und Angst….und Angst frisst Seelen auf.

    Ruby


    Saufdruck

    Was passiert mit mir? Ich stehe immer wieder vor der gleichen Frage, warum will ich alles was ich zur Zeit habe aufgeben?

    Heute, Sonntag den 18. Mai 2003, bin ich wieder mal dabei durch die Hölle zu gehen. Ich habe heute versucht meine Gefühle zu zulassen um endlich zu erfahren was da an die Oberfläche will. Vielleicht bin ich ja ein kleines Stück weiter gekommen... es wird sich später zeigen... aber es ist keine schöne Zeit... und es ist auch nicht wirklich einfach für mich damit umzugehen... Es kein „normaler“ Saufdruck, der da an die Oberfläche kommt. Es ist eine sehr große Resignation meiner Person gegenüber, die sich entscheiden muss zum weitermachen in Trockenheit oder zur Aufgabe des jetzigen Lebens mit allen Konsequenzen... ja sogar bis hin zum Tod...

    Eins ist mir heute aber klar geworden, ich habe sehr große Schwierigkeiten mit mir selber zu leben... ich möchte wieder in den Alk um vor mir, ja nur vor mir weg zu laufen... vor keinem anderen... nur vor mir... ich genüge nicht meinen eigenen Ansprüchen... wenn ich trinke zwar auch nicht, aber dann ist es mir egal.. weil ich dann in anderen sozialen Kreisen glänzen kann, da ich mir dann als Umfeld immer nur Opfer und keine gleichwertigen Menschen aussuche.. ganz bewusst, denn damit hebe ich mein nicht vorhandenes Selbstwertgefühl...

    …………heute sind mehr als zwei Jahre vergangen als ich diese Zeilen geschrieben habe… ich bin unendlich froh, dass ich mich für ein trockenes Leben entschieden habe… solche Situationen gibt es heute immer noch für mich, aber sie werden immer seltener und mein Selbstwertgefühl ist dabei zu wachsen…. und ich bin dabei meine beste Freundin zu werden….

    Heizer Sept. 2005


    Dies Tagebuch habe ich geschrieben, weil ich mich zu sehr geschämt habe, jemanden von meiner Alkoholkrankheit zu erzählen.
    Es sollte alles geheim bleiben!
    Oft liegen zwischen den Eintragungen Monate und Jahre.
    Ich sehe es als einen Teil meiner Gesundung an, es abzutippen und zu veröffentlichen.


    Meine Sucht

    (Ende 1995)

    Ich weiß genau, dass die Sucht mich zerstört, dass sie mein sicherer Tod ist.
    Zunächst einmal sehe ich bereits jetzt älter aus als ich bin. Ich habe mindestens 5 Kilo zu viel; ich habe immer dunkele Ringe unter den Augen.
    Häufig komme ich mit meinem Leben nicht mehr klar. Ich führe ein zweites – ein Suchtleben – mit allen Heimlichkeiten und Tricks, die man so kennt.
    Häufig steht der Satz am Ende eines Tages:“ Heute ist es noch einmal gut gegangen!“
    Mir fehlt Disziplin!


    30. November 1995

    Der zweite Tag, der erste Monat
    Ich verblute fast daran.
    Dieses Mal muss ich durchhalten. Vor zwei Tagen habe ich im Suff wieder Gott und die Welt angerufen. Meine Mutter meldet sich schon gar nicht mehr hier, und meine Partnerin hat gefragt:“ Hast du was getrunken?“
    Die wirklich harten Tage kommen noch, aber einen Tag ohne habe ich auch schon lange nicht mehr geschafft. Es ist so schwer, weil ich es alleine schaffen will. Niemand soll von dem Ausmaß meiner Sauferei erfahren, und niemand soll merken, dass ich so Schwierigkeiten habe, aufzuhören.


    21. Dezember 1995

    Heute soll mal wieder mein „erster“ Tag sein. Ich muss mit der Sauferei aufhören und mein Gewicht drastisch reduzieren. Für meinen Geburtstag und Heilig Abend habe ich jede Menge Alkohol im Keller. Es ist bestimmt nicht einfach, da nicht dranzugehen. Nur Karl blickt manchmal hinter meine Fassade. Ich kann gar nicht verstehen, dass meine Partnerin nichts merkt. Aber natürlich bin ich froh darüber. Trotzdem wäre es manchmal besser, weil ich dann meine Grundsätze leichter durchhalten könnte. Ich möchte mir gerne einen Wochenplan machen.


    05.01.1996

    Mal wieder habe ich starke Erinnerungslücken, was den gestrigen Tag betrifft. Ich vertrage Unmengen Alkohol. Irgendwann werden meine Organe streiken. Heute soll mein „erster“ Tag sein. Ich muss mit meinem Leben wieder klar kommen. Oft ist es der reine Zufall, dass noch nichts Schlimmes passiert ist.
    Viele Menschen brauchen erst einmal einen richtigen Schock, ehe sie aufhören. Hoffentlich komme ich ohne aus. Oft denke ich: ‚Das kann doch nicht jetzt dein Leben gewesen sein!’
    Dabei habe ich es doch selbst in der Hand, daraus alles zu machen. Wenn ich die nächste Flasche öffne bin ich manchmal wie betäubt.
    Ich bin doch eine starke Frau! Ich muss es schaffen, schon um meinen Kindern eine gute Mutter zu sein.
    Es ist mittags und mir zittern immer noch die Hände. Wenn ich etwas gegessen habe, wird es wohl besser gehen, aber dann beginnt wieder der Kampf mit der nächsten Flasche. Es ist so unbegreiflich, dass ich mit dem Zeug nicht vernünftig umgehen kann!



    06.01.1996

    Mal wieder einen ganzen Tag ohne geschafft. Ich versuche Tätigkeiten aufzugreifen, die schon lange ruhen. Z.B. lesen. Die Tagebücher von Victor Klemperer umfassen mehrere tausend Seiten. Man quält sich mühsam voran.
    Zweiter Angriffspunkt ist das Schlafzimmer. Ab 11.März hat meine Partnerin Urlaub. Bis dahin muss ich einfach die Arbeit geschafft haben. Es muss viel weggeworfen werden. Wenn ich den Alkohol weglassen kann, schaffe ich einiges pro Tag. Ich fühle mich zufriedener. Auf Dias von Santorini habe ich mich gestern gesehen. Das war 1989 und ich hatte eine Bombenfigur. Gesoffen habe ich auch da schon täglich. Heute wiege ich geschlagene 10 kg mehr. Das kann nur der Alkohol und meine Maßlosigkeit im betrunkenen Zustand sein.


    23.02.1996

    Ich habe wieder angerufen (Frau XYZ, Frau GHJ, ich weiß nicht wen noch!). Ich habe dummes Zeug erzählt.
    Hoffentlich kann ich das wieder reparieren. Ich schäme mich.
    Nach Alkohol schwellen meine Hände unnatürlich an. Außerdem macht mir der Druck unter meiner linken Brust Sorgen. Was mache ich bloß, wenn es das Herz ist?
    Schluss jetzt mit dem Zeug! Was ist daran so schwer? Ich muss so lange wie möglich ohne leben und dann beobachten, ob die Schwierigkeiten mit den Händen und dem herzen anhalten.
    „Ohne zu leben“ – es gibt nichts, was ich mir mehr wünsche! Warum ist mein Wille so schwach?


    15.05.1996

    Seit dem 23.2. ist so viel passiert. Matthias ist am 12. März um 23:30 Uhr gestorben (Leberzirrhose). Meine Partnerin wohnt seitdem bei mir. Ende April hatte Karl einen Entzugsanfall. Seitdem liegt er im Krankenhaus im Delirium.
    Es ist unbegreiflich, dass ich nach diesen Ereignissen nicht aufhöre.
    Aus welchem Grund auch immer ertrage ich den Druck eines normalen Tages nicht.
    Morgen darf ich nichts trinken. Wenn ich den Mittag erreicht habe, habe ich 24 Stunden. Lieber Gott, hilf mir doch!


    3.Juni 1996

    Ab heute schreibe ich auf, was ich alles getrunken habe:
    Morgens – mittags 3 Kräuterschnäpse, 3 Piccolo – Sekt – Fläschchen
    Abends 1 Glas Baileys, 2 Zigaretten


    4.Juni 1996

    2 kleine Doornkaat gegen 11 Uhr
    4 Kräuterschnäpse gegen 12:20 Uhr
    1 kleinen Maria Cron zwischen 16:30 Uhr und 17:30 Uhr
    4 Zigaretten

    Meine Partnerin hat zahlreiche Aktivitäten mit Evelyn begonnen. Aus Andeutungen höre ich heraus, dass ich ihr zu dick bin. Ich versuche abends nichts mehr zu essen, aber heute Abend ist mir vor Hunger schlecht geworden. Da habe ich mir Nudeln gemacht.
    Alle meine Probleme lassen sich mit Disziplin lösen. Ich bewundere meine Tante. Ich muss meine Zügellosigkeit in den griff bekommen. Aber kann man gegen Alkohol, Nikotin und Kalorien gleichzeitig ankämpfen?
    Wie viel Gramm Alkohol sind wohl in den Dingen, die ich heute getrunken habe?
    (Es folgt eine Rechnung) => 93,6 Gramm Alkohol
    In Matthias Unterlagen habe ich gelesen, dass man nicht mehr als 30-40 g Alkohol zu sich nehmen darf. Ich nehme mehr als das doppelte oder Dreifache zu mir. Und das seit mehr als 10 Jahren mit Unterbrechung der Schwangerschaften.
    Ich habe soeben die restlichen 5 Zigaretten ins Klo gekippt.
    Jetzt gehe ich mit einem Glas Wasser ins Bett. Ich hab’s gerade abgemessen: 100ml ergeben etwa 2 ½ Schnäpse, also heute etwa 7 Schnäpse, macht 700 Kalorien. Hilfe!


    12. Juni 1996

    Heute ist Matthias ¼ Jahr tot.
    Ich habe NICHTS getrunken und nicht zu viel gegessen. Dafür aber 2 Zigaretten geraucht.
    Ich glaube, das ist das erste Mal dieses Jahr. Durchhalten.
    Ich bin skeptisch, aber etwas stolz. Vielleicht hat es auch deshalb so gut geklappt, weil ich für Yvonnes Zimmer einen Raumteiler gebaut habe. Das hatte ich mir gar nicht zugetraut. Toll!


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    14. Juni 1997

    Viele meiner Taten sind ein einziger Hilfeschrei.
    Bis mittags halte ich immer einigermaßen verkniffen durch. Dann trinke ich, fühle mich für kurze Zeit gut und kämpfe mich durch den Rest des Tages. Scheiß Leben.
    Ich möchte mich wieder glücklich fühlen. Jeden tag nehme ich mir vor, wenigstens nicht mit dem Zeug Auto zu fahren.
    Welche ungeheuren Anstrengungen kosten mich völlig normale Verrichtungen. Ich muss um jede Stunde kämpfen, die ich „ohne“ schaffe. Vielleicht wird mal ein Tag draus.
    Jeder Tag „ohne“ verlängert mein Leben. Wie erbärmlich kämpfe ich um Stunden, Tage. Der Kampf lohnt sich und ist noch nicht verloren!


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    26. Februar 1998

    Karl ist jetzt schon 5 Monate tot. Die Leber versoffen, den Körper vom Krebs zerfressen.
    Ich möchte aufhören! Bis mittags geht es ganz gut. Dann saufe ich, schlafe meinen Rausch aus und bin abends wieder nüchtern. Seit ein paar Tagen tut mir der rechte Rippenbogen weh. Die Leber?
    Ich habe im Juni 97 aufgehört zu rauchen. Das Saufen wäre der nächste Punkt. Ich muss es schaffen!
    Morgen Mittag fängt der Kampf wieder an.


    15. Juni 1998

    Ich war heute beim Arzt. Habe ihm gesagt, dass ich Alkoholikerin bin. Morgen wird ein großes Blutbild gemacht mit besonderem Augenmerk auf Leberwerte. Die Schilddrüse soll auch untersucht werden. Ich muss den heutigen Tag ohne Alkohol schaffen.

    16. Juni 1998

    Der zweite Tag, der erste Monat.
    Heute Bluttest. Hoffentlich ist noch nichts Schlimmes passiert!
    Der rechte Rippenbogen tut seit Februar weh. Mittags hatte ich gestern und heute starken Saufdruck. Mittags habe ich eine Flasche Alkoholfreies getrunken. Ich bin etwas ungeduldig und nervös. Die „kurze Entgiftung“, die mir der Arzt vorgeschlagen hat, habe ich offensichtlich nicht nötig. Wenn ich eine Woche durchhalte, bin ich entgiftet. Ab da muss ich nur noch gegen die Psyche kämpfen.


    17. Juni 1998

    Der dritte Tag, der erste Monat.
    Ich muss Jahre zurückdenken, wann ich das das letzte Mal geschafft habe. Auf aufzuhören musste ich mir ein „Ereignis“ schaffen. Der Arztbesuch. Der Saufdruck war heute Mittag nicht so stark, aber Yvonne war auch auf einem Schulausflug und der Stress war somit nicht so groß. Außerdem habe ich die Beruhigungstabletten zum ersten Mal genommen. Durchhalten! Drei Tage sind schon sehr gut.


    Ich fing nach 5 Tagen wieder mit dem Trinken an.

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    9. Januar 2002

    Am 21. Juni 2001 habe ich mit dem Trinken aufgehört: ½ Jahr trocken.
    Zu verdanken habe ich das meinen Freunden im A-Connect Chat. Auf ihr Anraten bin ich wieder zu demselben Arzt gegangen und habe eine Entgiftung gemacht. Als ich 5 Tage trocken war bin ich in eine AA Gruppe gegangen. Ich versäume sie nie: Sie ist meine Lebensversicherung!
    Seit Oktober 2001 mache ich eine ambulante Therapie. Ich verspüre keinen Saufdruck mehr, der Teufelskreis ist durchbrochen!
    Ich habe 17 Kilo abgenommen. Seit einem Jahr rauche ich nicht mehr.
    Ich danke Gott dafür.


    17. August 2002

    14 Monate trocken. Ich habe 30 Kilo abgenommen. Vom 9. – 11. August war ich beim Chattertreffen von A-Connect in Burgdorf bei Hannover. Viele neue Freunde kennen gelernt.
    Ich habe so lange gelitten.
    Nun hat der liebe Gott mir meine Trockenheit und damit wieder so viel neue Lebensfreude geschenkt. Es darf nur nie in Vergessenheit geraten:
    „….und das letzte Glas nie vergessen!“

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    2. Februar 2006

    4 ½ Jahre trocken.
    Heute habe ich endlich dieses alte Sucht-Tagebuch abgetippt. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich etwas Angst es zu lesen. Was für ein Chaos, welche Verirrungen!
    Ich habe den Absprung vom Alkohol geschafft, weil ich mir Leute gesucht habe, die an derselben Krankheit litten. Ich konnte nicht direkt in eine Gruppe gehen, ich suchte die Anonymität des Internets. Im A-Connect Chat nannte ich mich anders: Ich adoptierte sinnigerweise den Namen meiner Partnerin. Erst als ich einige Monate trocken war, konnte ich den Freunden dort sagen, dass ich Susanne heiße.
    Der A-Connect Chat bedeutet mir viel, aber er kann niemals nur alles sein. Das wichtigste Standbein für meine Trockenheit ist meine Gruppe. Entscheidend für mich sind meine Ehrlichkeit (vor mir und vor anderen) und der Glaube an meinen Gott, der mich liebt und seine schützende Hand über mich hält.

    Susanne